Politik
DIHK rechnet mit massivem Einbruch der Exporte nach Russland
GDN -
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet für 2014 mit einem massiven Rückgang der deutschen Exporte nach Russland um 20 Prozent. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung"(Mittwoch) erklärte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier, deutsche Unternehmen litten unter der "dramatisch sinkenden Kaufkraft" der russischen Bevölkerung.
Dazu trübten sich die Geschäftsaussichten in Russland im nächsten Jahr weiter ein. Investitionen gingen weiter zurück, betonte Treier. "Deutsche Autofabriken sind bereits seit einigen Wochen auf Kurzarbeit geschaltet oder entlassen Mitarbeiter", beschrieb er die Situation. Die Sanktionen gegen Russland wirkten als Katalysator dieser Entwicklung, die sich allerdings bereits zuvor abgezeichnet hätte. Noch steigen nach seinen Angaben vor allem bei Konsum- und Gebrauchsgütern die Umsätze, weil russische Bürger ihr Geld noch ausgäben, bevor es weiter an Wert verliere. "Diese Entwicklung wird jedoch befristet sein, bis Ersparnisse aufgebraucht sind", warnte Treier. Zudem sänken die Erlöse deutscher Firmen in Russland, weil sie umgerechnet in Euro nur noch die Hälfte dessen wert seien, was sie vor Jahresfrist einbrachten. Mit Blick auf die wirtschaftliche Stabilität Russlands warnte der DIHK davor, dass das Land zunehmend seine Reserven verbrauche. Devisen würden nicht in dem Maße ins Land zurück fließen wie in der Vergangenheit. Auch zur Finanzierung des Haushalts sei wegen des Preisrutsches bei Erdöl ein Rückgriff auf die Reserven nötig.
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