Politik

Behindertenbeauftragte fordert höhere Schwerbehindertenabgabe

GDN - Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Verena Bentele, hat eine Erhöhung der Ausgleichsabgabe für Unternehmen gefordert, die keinerlei Behinderte einstellen: "Für Unternehmen, die sich jeder Verantwortung entziehen, halte ich es in der Tat für überlegenswert, die 2012 zum letzten Mal angehobene Schwerbehindertenabgabe zu erhöhen", sagte sie dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Bentele sei nicht der Meinung, dass die Quote von fünf Prozent der Belegschaft, die Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten derzeit bei der Einstellung von Behinderten erfüllen müssten, allein das Problem löse.
Die Schwerbehindertenabgabe ist bereits heute danach gestaffelt, in welchem Umfang die Quote erfüllt wird. Bei drei bis unter fünf Prozent müssen 115 Euro pro nicht mit einem Behinderten besetzten Arbeitsplatz bezahlt werden. Bei null bis unter zwei Prozent sind es 290 Euro. Nach dem aktuellen Inklusionsbarometer der Aktion Mensch und des "Handelsblatt"-Research-Instituts erfüllen derzeit 60 Prozent der Unternehmen mit über 20 Mitarbeitern die Quote nicht. 25 Prozent beschäftigen demnach keinen einzigen Behinderten.
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