Politik
Schriftstellerin Juli Zeh wirft Merkel "infantiles Menschenbild" vor
GDN -
Anlässlich der Uraufführung ihres Stückes "Mutti" hat Schriftstellerin Juli Zeh Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein "infantiles Menschenbild" vorgeworfen. "Sie geht nicht von einem Durchschnittsbürger aus, der als Bürger angesprochen werden möchte", sagte Zeh der in "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe).
Stattdessen spreche sie immer von "den Menschen in unserem Land", obwohl sie doch selbst auch ein Mensch in diesem Land sei und die Bürger nicht ansprechen müsse, als seien sie Kinder. Mit ihrem Pragmatismus sei Merkel eine "bequeme Regierungschefin", weil sie den Menschen signalisiere, dass sie sich nicht anstrengen müssten. "Sie ist das politische Wellness-Programm", so Zeh, "aber das reicht für die Gegenwart nicht." "Mutti", ein Theaterstück der promovierten Juristin Zeh, wird am Donnerstagabend bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen uraufgeführt. Die Kanzlerin wird sich die Aufführung nicht ansehen. Dafür fehle ihr die Zeit, ließ sie über ihren Regierungssprecher erklären.
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