Politik
Bahr: Westen muss Beteiligung der Separatisten an Friedensgesprächen durchsetze
GDN -
Der frühere SPD-Ostpolitiker Egon Bahr hat den Westen aufgefordert, die Beteiligung der Separatisten an Friedensgesprächen für die Ukraine durchzusetzen. Anders könne es keine Lösung geben, sagte Bahr der "Berliner Zeitung" (Donnerstagausgabe).
Dazu müsse der Westen Druck auf die Übergangsregierung in Kiew ausüben, die das bisher ablehnt. Der russische Präsident Wladimir Putin sei in seinen Augen ein berechenbarer und rationaler Politiker, sagte Bahr, der zu den Architekten der Ostverträge in den 1970er-Jahren gehörte. Putin könne kein Interesse an Chaos in der Ukraine haben. "Ich denke, er hat vor allem ein Ziel: Eine föderale Ukraine, die keinem Block `gehört`, mit einem Status, der dem Österreichs oder Finnlands ähnelt." Es sei aber fraglich, ob der Präsident noch Einfluss auf die ostukrainischen Separatisten habe. "Ich weiß nicht, ob die Putin noch folgen. Oder ob das Geister sind, die er mit gerufen hat und nun nicht mehr beherrschen kann." Nur wenn beide Seiten einen Waffenstillstand schließen würden, könne die Präsidentenwahl wie geplant am 25. Mai stattfinden, betonte Bahr.
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