Politik
Ex-SPD-Chef Münterfering fordert zum Tag der Arbeit Lohnerhöhungen
Zur Begründung sagte der frühere Arbeitsminister: "Auch wenn jemand als Parteichef, Minister oder Vorstandschef eine herausragende Position hat, kann er die nur erfüllen, weil um ihn herum Leute sind, die die einfacheren Arbeiten erledigen. Es ist ein großes Problem, dass wir in der Gesellschaft die einfachen Arbeiten, ohne die aber alles zusammenbrechen würde, nicht genug wertschätzen." Für die anstehenden Tarifverhandlungen verlangt Müntefering deutliche Gehaltssteigerungen für die Arbeitnehmer: "Die Lohnzurückhaltung der letzten Zeit muss ein Ende haben." Auch mit Blick auf die Rentenkasse seien höhere Löhne notwendig: "Ein großes Verhängnis für unser Rentensystem ist die Billiglohnmentalität der vergangenen Jahre. Geiz ist geil ist eine Katastrophe für unser Sozialversicherungssystem. Bei Niedriglöhnen kann am Ende keine gute Rente herauskommen." Das Gesetz zur Rente mit 63 von seiner Nachfolgerin im Arbeitsministerium, Andrea Nahles (SPD), kritisierte Müntefering als einen PR-Gag: "Es handelt sich eher um eine besondere Kunst der Außendarstellung, die ich teilweise sogar bewundere." Die Große Koalition verabschiede sich nicht von der von ihm eingeführten Rente mit 67. "Das Gesetz bleibt unverändert bestehen", so Müntefering. Allerdings beklagte der ehemalige Minister die Außenwirkung von Nahles Rentenpaket: "Wir senden damit die Botschaft, dass wir unser Rentensystem auch mit weniger Anstrengung in Ordnung halten können. Das ist aber falsch!"
Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von GDN können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.



