Politik
IW-Institut: Vorgehen von Verdi nicht mehr verhältnismäßig
GDN -
Der Gewerkschaftsexperte des arbeitgebernahen "Instituts der deutschen Wirtschaft" (IW), Hagen Lesch, hat die Ankündigung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, am Donnerstag fast alle großen Flughäfen Deutschlands zu bestreiken, scharf kritisiert. "Ich halte das Vorgehen von Verdi für nicht mehr verhältnismäßig. Wenn man nach der zweiten Verhandlungsrunde mit den Worten auseinander geht, man habe sich angenähert, wozu braucht man dann noch einen Streik als Druckmittel?", sagte Lesch dem "Handelsblatt-Online".
"Damit erhöht die Gewerkschaft jedenfalls nicht die Chance auf eine Einigung." Allerdings räume das Arbeitskampfrecht den Gewerkschaften "fast schon Narrenfreiheit" ein, sagte der IW-Experte weiter. Die Interessen Dritter spielten bei der Verhältnismäßigkeit von Streiks "praktisch keine Rolle", so Lesch. "Ich halte das für ein Unding." Verdi hatte zuvor mitgeteilt, dass übermorgen die Arbeit an fast allen großen Flughäfen in den Bereichen Abfertigung, Instandhaltung und Wartung während der Frühschicht bis etwa 14 Uhr ruhen werde. Betroffen sind die Flughäfen Frankfurt/Main, München, Köln-Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart.
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