Kultur

Brancusi in der Neuen Nationalgalerie

Über 320 000 Besuchende

GDN - In der letzten Woche hat die Ausstellung „Brancusi“ noch einmal durchgestartet: Zum Abschluss haben mehr als 320.000 Besucherinnen die „Once in a Lifetime“-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie gesehen.Der zu Beginn der Ausstellung in Deutschland noch als „unbekanntester Großmeister der Moderne“ beschriebene Constantin Brancusi ist damit einem breiten Publikum bekannt geworden und heute fest im Bewusstsein der Besucher*innen verankert.
„Brancusi“ gehört damit gemeinsam mit „Das MoMA in Berlin“, 2004, der Ausstellung im Metropolitan Museum New York „Die schönsten Franzosen kommen aus New York“, 2007, und der Ausstellung „Gerhard Richter“, 2012, zu den meistbesuchten Ausstellungen in der Geschichte der Neuen Nationalgalerie seit 1968.

Vom 20. März bis 9. August 2026 zeigte die Neue Nationalgalerie in Berlin in Kooperation mit dem Centre Pompidou in Paris eine groß angelegte Einzelausstellung des rumänisch-französischen Bildhauers Constantin Brancusi. Mit mehr als 150 Arbeiten war es die erste umfassende Werkschau des Ausnahmekünstlers seit über 50 Jahren in Deutschland. Noch nie zuvor war das Werk eines der bedeutendsten Bildhauer der Moderne in dieser Dichte und Qualität in Berlin zu sehen.
Constantin Brancusi (1876–1957) gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts und als Begründer der modernen Skulptur. Nach akademischen Anfängen in Rumänien entwickelte der Künstler ab 1907 in Paris eine eigene, unverwechselbare Formensprache. Seine organischen, auf das Wesentliche reduzierten Skulpturen machten ihn zu einem Wegbereiter der skulpturalen Abstraktion im frühen 20. Jahrhundert. Brancusis stetige Suche nach einem künstlerischen Ideal zeigt sich in den formalen Variationen weniger zentraler Motive sowie im Spiel mit unterschiedlichen Materialien und Oberflächen. Teilweise über Jahrzehnte hinweg entwickelte er seine Themen weiter, wobei seine Formen zunehmend abstrakter und radikaler vereinfacht wurden.
Neben Hauptwerken wie „Schlummernde Muse“, „Der Kuss“, „Vogel im Raum“ und der „Unendlichen Säule“ präsentierte die Ausstellung erstmals außerhalb von Paris eine Teilrekonstruktion des berühmten Ateliers von Brancusi. Das Ensemble, das der Künstler 1957 dem französischen Staat vermacht hatte und heute zum Centre Pompidou gehört, gilt als Schlüssel zum Verständnis seines Werkes und als unmittelbares Zeugnis seines Schaffensprozesses.


Ab den 1920er-Jahren präsentierte Brancusi seine Werke vorrangig in seinem Atelier in der Impasse Ronsin in Paris. Es war für ihn nicht nur ein Ort der Arbeit, sondern gleichermaßen Ausstellungs- und Lebensraum. Als Herzstück der Retrospektive zeigte der rekonstruierte Atelierraum Brancusis Werkzeuge, Möbel und Kunstwerke, ergänzt durch eine umfangreiche Auswahl historischer Objekte, Dokumente, Fotografien und Filme, die wie eine illustrierte Biografie von Arbeit und Leben des Ausnahmekünstlers erzählten.

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